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Klöckner & Co - drittgrößter nordamerikanischer Metalldistributor 03.06.2011
National-Bank AG
Essen (aktiencheck.de AG) - Sven Paulsen, Analyst der National-Bank AG, stuft die Aktie von Klöckner & Co (ISIN DE000KC01000 / WKN KC0100) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die Weltkonjunktur erhole sich seit zwei Jahren in erfreulichem Ausmaß von den vorangegangenen Schockwellen der Finanzmarktkrise. Habe während zurückliegender Konjunkturzyklen bislang mit fortschreitender Festigung der Erholung regelmäßig ein Anstieg der Übernahmeaktivitäten beobachtet werden können, so sei dies auch diesmal der Fall.
Im Unternehmenssektor in den USA sei schon seit dem Jahr 2009 ein deutliches Anziehen der Übernahmeaktivität, vor allem im Mittelstand, zu verzeichnen, sowohl nach Anzahl als auch nach Gegenwert der vollzogenen bzw. gemeldeten Transaktionen. Mittlerweile erreiche dieser Trend (mit der nahezu "üblichen" zeitlichen Verzögerung) auch die europäische Unternehmenslandschaft.
Dabei würden stagnierende und oftmals sinkende Unternehmensbewertungskennzahlen in vielen Branchen diesen Trend begünstigen, steige doch dadurch die Anzahl attraktiver potenzieller Übernahmekandidaten an.
Auf Seiten der Käufer wirke sich deren im Aufschwung stark gestiegene Liquidität ("gut gefüllte Kriegskassen") positiv aus, erleichtere sich doch damit die Finanzierung geplanter Übernahmevorhaben.
Auch bleibe bislang das Kapitalmarktzinsniveau weltweit noch immer anhaltend niedrig. Da die meisten Unternehmensübernahmen in beachtlichem Maße fremdfinanziert seien, sei dies als eine Schlüsselbedingung für ein "rotierendes Übernahmekarussell" anzusehen.
Ein gegenüber früheren Zyklen zusätzlich begünstigend wirkender Umstand liege im zunehmenden Anlagebedarf aus den Regionen Nahost und China. Zunehmende Überschüsse aus dem Geschäft mit Primärenergieträgern und erhebliche Leistungsbilanzüberschüsse würden nach Anlage auf den globalen Finanzmärkten drängen. Zur verbesserten Risikostreuung würden dabei neben den bislang dominierenden US-Staatsanleihen zunehmend (Euro-)Aktien ins Blickfeld rücken.
Deutsche Konzerne könnten sich in diesem Zusammenhang als besonders attraktive Zielgesellschaften erweisen. Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas genieße derzeit eine Sonderstellung, die sich auf ein weit überdurchschnittlich hohes Wirtschaftswachstum gründe. Die lange als unzureichend beschriebene Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen habe während der vergangenen Jahre eine erhebliche Stärkung erfahren und erweise sich als ein wesentlicher Wachstumstreiber.
Schließlich stünden nach Einschätzung der Analysten einer Unternehmensübernahme in Deutschland vergleichsweise weniger regulatorische und politische Hemmnisse im Wege als beispielsweise in den Ländern Südeuropas.
Faktoren, die eine Übernahme begünstigen würden:
Das Unternehmen sei nach dem Zukauf von Macsteel der drittgrößte nordamerikanische Metalldistributor und würde bei einer Übernahme den Einstieg in den US-amerikanischen Markt ermöglichen. Klöckner & Co plane nach dem Erwerb der brasilianischen Frefer Gruppe weitere Akquisitionen in den wachstumsstarken und derzeit sehr gefragten Emerging Markets. Ein hoher Freefloat erleichtere eine Übernahme.
Ein Pro-Argument sei die konsequente Umsetzung der langfristig angepeilten Ziele im Rahmen der Strategie Klöckner & Co 2020, die angesichts der jüngsten Unternehmensentwicklung bereits in naher Zukunft erreicht werden könnten. Man erwarte weiteres Wachstum beim weltweiten Stahlverbrauch.
China könnte als globaler "Wachstumsmotor" künftig ins Stottern kommen und damit die Stahlnachfrage dämpfen.
Unabhängig von einer möglichen Übernahme sprechen die Analysten der National-Bank AG für die Klöckner & Co-Aktie eine klare Kaufempfehlung aus. Sollten die internationalen Stahlmärkte wie erwartet weiter expandieren, würden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Klöckner & Co sehr vorteilhaft bleiben. Zudem besitze der Konzern mit einem KGV (2012e) von 7,9 die günstigste Bewertung ihrer Selektion. Das Kursziel werde bei 28,50 Euro gesehen. (Analyse vom 03.06.2011) (03.06.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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